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Das Eis brechen

Wie kann eine Instagram Stories-Kampagne für eine soziale Organisation wie Hinz&Kunzt aussehen? Das haben Studierende aus den vier Fakultäten der HAW Hamburg im Instagram Office gelernt. Die beste Idee wurde jetzt umgesetzt.

Die vier Kampagnen-Videos, die aus der Idee der HAW-Studierenden entstanden sind.

Es ist einer dieser Hamburger Januartage, an denen das Wetter nicht gnädig ist. Die Sonne liegt hinter einer grauen Wolkenschicht verborgen und durch den Wind dringt die Kälte schon nach wenigen Minuten durch die dicken Jacken. In der Kälte steht Jan an der Hohen Luftbrücke und zieht seine orangefarbene Baseballcap mit der Aufschrift „Rome“ über seinen Flechtzopf ein wenig tiefer ins Gesicht. Auch sein langer Bart ist zu einem grauen Zopf geflochten. Über Jans Daunenjacke hängt sein Verkäuferausweis. Durch diesen erkennen ihn seine Kunden als offiziellen Hinz&Kunzt- Verkäufer an seinem Arbeitsplatz, dem Isemarkt.

Unterstützt von Prof. Corves konnten die Studierenden so das gelerntes Wissen aus ihren jeweiligen Fachrichtungen (Design, Medien, Soziales, Digitales Marketing, Informatik) in der Praxis einsetzen und erweitern. Neben Prof. Corves stand jeder Gruppe ein Kreativ-Experte von Instagram unterstützend zur Seite. Inhaltlich wurden sie von Hinz&Kunzt gebrieft. Eine Experten-Jury kürte am Ende des Tages die Gewinner-Idee „Brich das Eis“, die nun umgesetzt wurde.

„Das Gewinnerteam hat die Informationen aus den Briefings besonders gut berücksichtigt und gezeigt, wie kreativ man mit dem Stories-Format spielen kann. Die Kampagne ‘Brich das Eis‘ nimmt die – vielfach überraschenden und spannenden – persönlichen Geschichten der Hinz&Künztler*innen in den Fokus. Damit setzen die Studierenden beim Kernproblem des Kunden an: Viele Menschen haben Hemmungen, mit den Hinz&Künztler*innen ins Gespräch zu kommen. Sobald das Eis erst einmal gebrochen ist, ist der Schritt zum Kauf des Magazins viel wahrscheinlicher. Die Kampagne soll genau diesen Effekt haben“, erklärt Aykurt.

Die dreigeteilte Instagram-Story besteht aus einem „Eisbrecher-Moment“ – einer optischen Eisfläche hinter der man einen Menschen erahnen kann und die den User motiviert zur nächsten Story zu klicken – gefolgt von einer besonderen Geschichte, dem Talent oder der Leidenschaft der Verkäufer*innen. „Die Ideenfindung fiel uns leicht und es war cool zu sehen, dass interdisziplinär zu arbeiten doch meist die besten Ergebnisse bringt. Wir kannten uns vorher gar nicht aber jeder konnte die Gruppe mit seinen unterschiedlichen Fähigkeiten und Stärken bereichern“, sagt Lotta Schultchen aus dem Gewinnerteam, die an der HAW Hamburg Außenwirtschaft und Internationales Management studiert.

Und nicht nur für die Studierenden, sondern auch für Hinz&Kunzt ist die Kampagne ein spannendes Projekt. „Social Media ist für uns sehr wichtig, denn wir wollen die Leute dort abholen, wo sie sind“, sagt Sybille Arendt von dem Hamburger Straßenmagazin. „Wir merken, dass es funktioniert, wenn wir auf unseren Kanälen gute Sachen machen. Die Follower-Zahlen wachsen und es gibt positives Feedback. Letztendlich hat das Heft aber immer Vorrang, denn an dem verdienen die Verkäufer.“

Das Ziel der Kampagne: mehr Hefte verkaufen.

Auch Sybille Arendt betont, wie wichtig es ist den Abstand zu verringern und die Verkäufer auf Augenhöhe zu Wort kommen zu lassen. „Das haben wir auch in dem #instasprint gemerkt, als Chris – ehemals obdachlos und heute Stadtführer bei Hinz&Kunzt – die Studierenden gebrieft hat. Die Studierenden hingen ihm als Experten der Straße regelrecht an den Lippen und waren sehr interessiert. Darauf wollen wir noch mehr setzen“, sagt sie.

Ohne Schwierigkeiten zieht auch Jan beim Dreh an der Hoheluftbrücke die Aufmerksamkeit des Teams und der vorbeilaufenden Menschen auf sich. Mit seinem herzhaften und zahnlosen Lachen, seiner Geschichte als Schauspieler und seiner Leidenschaft, dem Geigenspielen, steckt er seine Mitmenschen mit seiner Lebensfreude an. Wie könnte man ihm nach einem persönlichen Gespräch nicht eines der Magazine abkaufen?

Am Ende konnten alle Beteiligten viel aus der Zusammenarbeit lernen und mitnehmen. „Das Event war super professionell organisiert. Außerdem ist Hinz&Kunzt eine tolle Hamburger Institution, für die ich wirklich Lust hatte eine Kampagne zu entwerfen“, sagt Schultchen.

„Für mich war es besonders schön zu erleben, dass wir bei den Dreharbeiten selbst bereits genau das erreicht haben, was auch das übergeordnete Ziel unserer Kampagne war. Wir wollen die starken Persönlichkeiten der Hinz&Künztler*innen kennenlernen und mit den Menschen in Hamburg teilen“, resümiert Aykurt. Nach den Dreharbeiten im Januar läuft die Kampagne ab heute in den Instagram-Stories. Ein spannender Moment für die fünf Studierenden, die dann zum ersten Mal sehen, was aus ihrer „Eisbrecher-Moment“-Idee geworden ist. (Autorin: Britta Sowa)

WEITERE INFORMATIONEN

Fertige Kampagnen-Clips bei Facebook: http://bit.ly/InstagramKampagneHinzundKunzt
Artikel w&v über den #instasprint
#instasprint in den Stories des Hamburger Abendblatts
www.hinzundkunzt.de

Die portraitierten Hinz&Künstler*innen:

https://www.hinzundkunzt.de/insta-jan/
https://www.hinzundkunzt.de/insta-denisa/
https://www.hinzundkunzt.de/insta-mario/
https://www.hinzundkunzt.de/insta-joerg/

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